Es gibt Aufgaben, die erledigt man.

Und dann gibt es Aufgaben, die wohnen vorher drei Tage lang im Kopf.

Die Waschmaschine muss noch ausgeräumt werden.

Der Termin muss verschoben werden.

Irgendjemand braucht eine Antwort.

Milch fehlt.

Die Rechnung liegt noch da.

Und irgendwo war doch noch etwas.

Genau dieses „Da war doch noch etwas“ ist oft erstaunlich anstrengend.

Denn mentale Last entsteht nicht nur durch das, was wir tatsächlich tun. Sie entsteht auch durch all die Dinge, an die wir erinnern, die wir koordinieren, planen, im Blick behalten und möglichst nicht vergessen sollen.

Der Kopf wird dabei schnell zu einer Mischung aus Kalender, Erinnerungs App, Einkaufszettel und schlecht organisiertem Sekretariat.

Und irgendwann wundert man sich, warum man müde ist, obwohl man scheinbar gar nicht so viel gemacht hat.

Was bedeutet mentale Last eigentlich?

Mentale Last beschreibt vereinfacht gesagt die unsichtbare Denkarbeit hinter unserem Alltag.

Nicht nur:

Einkaufen gehen.

Sondern auch:

Was fehlt?

Wann muss ich einkaufen?

Was essen wir?

Ist noch genug Kaffee da?

Wann schließt der Laden?

Braucht jemand noch etwas?

Und plötzlich ist aus einer simplen Tüte Lebensmittel ein kleines Logistikunternehmen geworden.

Genau das gilt auch für Termine, Haushalt, Familie, Arbeit oder private Verpflichtungen.

Viele Dinge sind nicht schwierig.

Aber sie laufen gleichzeitig.

Und das ist der Punkt.

Der Kopf als permanente Erinnerungs App

Das Problem an offenen Aufgaben ist nicht nur, dass sie existieren.

Sie melden sich.

Immer wieder.

Du sitzt auf dem Sofa und möchtest entspannen.

Dann denkt dein Gehirn:

Die Wäsche.

Du liest ein Buch.

Das Gehirn:

Die Mail.

Du schläfst fast ein.

Das Gehirn:

Mülltonne morgen!

Vielen Dank für den Hinweis.

Hätte auch bis morgen früh warten können.

Unser Kopf liebt offene Schleifen offenbar mehr, als uns lieb ist.

Deshalb kann es helfen, Dinge nicht ständig im Kopf behalten zu wollen.

Schreib Dinge auf, bevor sie anfangen, Miete im Kopf zu zahlen

Eine der einfachsten Möglichkeiten, mentale Last zu reduzieren, ist erstaunlich unspektakulär:

Aufschreiben.

Nicht perfekt.

Nicht schön.

Nicht mit sieben Farben.

Einfach raus aus dem Kopf.

To dos.

Termine.

Ideen.

Einkäufe.

Dinge, die man später klären möchte.

Sobald etwas sichtbar außerhalb des Kopfes steht, muss man es nicht mehr permanent aktiv erinnern.

Das klingt banal.

Ist aber oft genau der Unterschied zwischen:

Ich darf das nicht vergessen.

und:

Es steht da. Ich kümmere mich später darum.

Nicht jede Aufgabe ist gleich dringend

Mentale Last wird besonders unangenehm, wenn im Kopf alles gleich wichtig wirkt.

Milch kaufen.

Steuerunterlagen.

Freundin zurückrufen.

Schrank aufräumen.

Arzttermin.

Keller entrümpeln.

Plötzlich steht alles nebeneinander.

Das Gehirn macht daraus gern:

SOFORT. ALLES. JETZT.

Dabei ist das natürlich Unsinn.

Manche Dinge sind wirklich dringend.

Andere wären nur schön.

Und manches kann möglicherweise noch drei Wochen völlig unbeeindruckt liegen bleiben.

Eine kleine Unterscheidung hilft:

Was muss heute?

Was kann diese Woche?

Was kann warten?

Allein diese Sortierung nimmt Druck heraus.

Drei kleine Aufgaben können mehr nerven als eine große

Das klingt zunächst unlogisch.

Aber kleine Aufgaben haben eine unangenehme Eigenschaft:

Sie wirken harmlos.

Deshalb sammelt man gern viele davon.

Kurz antworten.

Kurz bestellen.

Kurz anrufen.

Kurz nachsehen.

Kurz etwas wegräumen.

Und plötzlich besteht der gesamte Nachmittag aus ungefähr 29 Dingen, die alle angeblich nur zwei Minuten dauern.

Das Problem ist nicht immer die Dauer.

Es ist der ständige Wechsel.

Jede neue Aufgabe verlangt Aufmerksamkeit.

Und jede Unterbrechung kostet Konzentration.

Deshalb kann es erstaunlich angenehm sein, ähnliche Kleinigkeiten zusammenzufassen.

Zum Beispiel:

Mails einmal gesammelt beantworten.

Telefonate hintereinander erledigen.

Bestellungen in einem Rutsch machen.

Dann ist der Kopf wenigstens nicht den ganzen Tag im Modus:

Ach ja, das auch noch.

Delegieren ist keine persönliche Niederlage

Viele Menschen tragen mentale Last auch deshalb, weil sie nicht nur Aufgaben erledigen, sondern gleichzeitig die Verantwortung dafür behalten.

Das bedeutet:

Man bittet jemanden zwar um Hilfe.

Erinnert aber später trotzdem daran.

Kontrolliert.

Fragt nach.

Plant weiter.

Dann wurde die Aufgabe zwar teilweise abgegeben, die Verantwortung aber nicht.

Das ist ungefähr so entspannend, wie jemandem den Einkauf zu überlassen und anschließend vom Sofa aus jede einzelne Tomate telefonisch zu kontrollieren.

Wenn etwas delegiert wird, sollte möglichst auch ein Teil der Verantwortung mitwandern.

Sonst bleibt die mentale Last einfach dort, wo sie vorher war.

Routinen können den Kopf entlasten

Nicht jeder liebt Routinen.

Aber einige sind ausgesprochen praktisch.

Wenn bestimmte Dinge immer am gleichen Tag oder zur gleichen Zeit passieren, muss weniger entschieden werden.

Zum Beispiel:

Montag Einkauf.

Freitag Rechnungen.

Sonntag Wochenplanung.

Oder ganz banal:

Schlüssel immer an denselben Platz.

Man spart damit vielleicht keine Stunden.

Aber man spart kleine Entscheidungen.

Und genau diese kleinen Entscheidungen können sich im Alltag erstaunlich summieren.

Eine To do Liste darf kürzer werden

Manchmal besteht das Problem nicht darin, dass wir zu wenig organisieren.

Sondern darin, dass wir zu viel auf die Liste schreiben.

Wenn eine To do Liste 34 Punkte hat, ist sie keine Planung mehr.

Sie ist eine Drohung.

Deshalb kann es sinnvoll sein, für einen Tag wirklich nur drei wichtige Dinge festzulegen.

Alles andere ist Bonus.

Das klingt fast zu einfach.

Aber genau deshalb funktioniert es oft besser als ein perfekt durchgetakteter Plan.

Pausen brauchen keine Rechtfertigung

Ein weiterer Teil mentaler Last entsteht durch das Gefühl, ständig noch etwas tun zu können.

Noch schnell aufräumen.

Noch kurz antworten.

Noch etwas vorbereiten.

Noch eine Sache erledigen.

Der Kopf findet immer Arbeit.

Immer.

Das ist keine besondere Leistung.

Das ist sein Job.

Die Kunst besteht eher darin, irgendwann zu sagen:

Für heute reicht es.

Nicht alles, was noch offen ist, muss heute geschlossen werden.

Manche Dinge dürfen einfach bis morgen warten.

Kreative Beschäftigungen können den Kopf umlenken

Wenn Gedanken ständig um offene Aufgaben kreisen, kann es angenehm sein, die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes zu richten.

Malen.

Zeichnen.

Puzzeln.

Handarbeiten.

Backen.

Fotografieren.

Etwas, bei dem die Hände beschäftigt sind und der Kopf nicht permanent seine eigene Tagesordnung vorliest.

Das Problem verschwindet dadurch natürlich nicht.

Aber man bekommt zumindest eine Pause davon.

Wenn du für solche kleinen Pausen gern etwas Kreatives vor dir hast, findest du hier meine Ausmalbilder für Erwachsene.

Organisation soll entlasten und nicht selbst zum Hobby werden

Es gibt wunderschöne Planer.

Apps.

Kalender.

Systeme.

Farbcodes.

Labels.

Tracker.

Und plötzlich braucht man jeden Sonntag zwei Stunden, um die Organisation der Organisation zu organisieren.

Dann läuft etwas schief.

Das beste System ist nicht das schönste.

Es ist das, das du tatsächlich benutzt.

Vielleicht reicht eine einfache Liste.

Vielleicht ein Kalender.

Vielleicht eine App.

Vielleicht ein Notizbuch.

Du brauchst kein Kontrollzentrum.

Du möchtest nur weniger im Kopf behalten.

Ein Kurs kann helfen, wenn das Chaos dauerhaft bleibt

Manchmal reicht ein Notizbuch.

Manchmal merkt man aber auch:

Ich verliere ständig den Überblick.

Ich schiebe Dinge vor mir her.

Ich verzettele mich.

Ich habe immer das Gefühl, hinterherzuhinken.

Dann kann ein guter Kurs zu Selbstorganisation oder Zeitmanagement sinnvoll sein.

Nicht, um noch produktiver zu werden.

Sondern um weniger gleichzeitig im Kopf tragen zu müssen.

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Nicht alles muss effizienter werden

Dieser Punkt ist wichtig.

Mentale Last ist nicht einfach ein Produktivitätsproblem.

Die Lösung lautet nicht automatisch:

Noch besser planen.

Noch schneller arbeiten.

Noch mehr optimieren.

Manchmal ist die eigentliche Frage:

Muss ich das überhaupt machen?

Vielleicht kann etwas weg.

Vielleicht reicht gut genug.

Vielleicht muss die Wohnung nicht perfekt sein.

Vielleicht muss nicht jede Nachricht sofort beantwortet werden.

Vielleicht muss man nicht jeden Termin annehmen.

Entlastung bedeutet manchmal nicht, Dinge besser zu organisieren.

Sondern weniger davon zu haben.

Wenn der Kopf irgendwann Feierabend haben darf

Ein ruhiger Kopf bedeutet nicht, dass alle Aufgaben erledigt sind.

Das wäre wahrscheinlich ein sehr seltener Zustand.

Es bedeutet eher:

Ich weiß, was offen ist.

Ich weiß, was heute wichtig ist.

Der Rest darf warten.

Das ist ein großer Unterschied.

Vielleicht hilft dabei ein Planer.

Vielleicht eine kurze Liste.

Vielleicht ein Gespräch.

Vielleicht die Entscheidung, eine Aufgabe ganz zu streichen.

Aber eines sollte man sich gelegentlich erlauben:

Nicht jede offene Aufgabe muss auch im Kopf offen bleiben.

Schreib sie auf.

Sortier sie.

Gib etwas ab.

Streich etwas.

Und dann mach Feierabend.

Der Wäschekorb wird es verkraften.

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