Was ist schon normal?
Blumen sind schön. Katzen auch. Und gegen ein ordentliches Mandala ist grundsätzlich ebenfalls nichts einzuwenden. Aber irgendwann kommt vielleicht dieser Moment, in dem man beim Ausmalen denkt: Kann die Frau nicht wenigstens einen Vogel auf dem Kopf tragen? Oder Blumen statt Haare haben? Oder irgendwo ein Auge auftauchen, wo definitiv keines hingehört?
Willkommen bei surrealistischer Kunst. Hier muss nicht alles logisch sein. Eigentlich wäre das sogar ein bisschen schade. Denn während uns der Alltag bereits ausreichend mit vernünftigen Dingen wie Terminen, Passwörtern, Rechnungen und der Frage beschäftigt, warum ausgerechnet jetzt wieder irgendein Gerät ein Update braucht, darf es auf dem Papier ruhig etwas merkwürdiger zugehen.
„Alles, was wir sehen, verbirgt etwas anderes.“ René Magritte
Was ist surrealistische Kunst eigentlich?
Surrealismus ist eine Kunstrichtung, die besonders in den 1920er-Jahren bekannt wurde. Künstler wie Salvador Dalí, René Magritte oder Max Ernst verbanden Realität, Fantasie, Träume und ungewöhnliche Vorstellungen miteinander. Das Ergebnis waren Bilder, bei denen man sich gelegentlich fragt: Was genau passiert hier eigentlich? Und das ist durchaus beabsichtigt.
In surrealistischer Kunst können vertraute Dinge plötzlich vollkommen anders erscheinen. Größenverhältnisse stimmen nicht mehr, Gegenstände tauchen an ungewöhnlichen Orten auf oder Menschen, Tiere und Pflanzen verschmelzen miteinander. Eine Frau trägt vielleicht einen ganzen Garten auf dem Kopf. Eine Blume besitzt ein Auge. Ein Gesicht scheint gleichzeitig Landschaft und Porträt zu sein. Kurz gesagt: Die Realität bekommt ein kleines kreatives Problem. Und genau das macht surrealistische Kunst so spannend.

Malen für Menschen, denen normal manchmal zu normal ist
Beim klassischen Ausmalen gibt es oft eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie etwas aussehen könnte. Der Himmel ist blau. Das Blatt ist grün. Der Baum ist braun. Schon hat die innere Ordnungspolizei ihren Dienst aufgenommen.
Bei surrealistischen Ausmalbildern wird diese Ordnung glücklicherweise etwas schwieriger. Welche Farbe hat beispielsweise eine Pflanze, die aus dem Kopf einer Frau wächst? Keine Ahnung. Und das ist das Schöne daran. Vielleicht Türkis. Vielleicht Orange. Vielleicht Schwarz mit goldenen Blättern. Niemand kann behaupten, dass es falsch ist. Schließlich dürfte es schwer sein, eine botanische Fachliteratur über Kopfpflanzen zu finden.
Surrealistische Motive geben dir damit deutlich mehr Freiheit bei der Farbgestaltung. Du musst nicht überlegen: Welche Farbe müsste das haben? Sondern: Welche Farbe möchte ich daraus machen? Das ist ein erstaunlich großer Unterschied.
Anspruchsvolle Ausmalbilder, aber ohne Aufnahmeprüfung
Surrealistische Ausmalbilder können etwas anspruchsvoller sein als sehr einfache Motive. Nicht unbedingt, weil sie besonders kompliziert sein müssen. Sondern weil sie mehr Möglichkeiten bieten.
Du kannst mit Farbübergängen arbeiten, mit Kontrasten und mit ungewöhnlichen Farbkombinationen. Du kannst Schatten setzen, einzelne Bereiche hervorheben oder vollkommen unrealistische Farbwelten entstehen lassen. Vielleicht malst du ein Gesicht in natürlichen Hauttönen und die Haare komplett blau. Vielleicht wird das ganze Motiv monochrom. Vielleicht entscheidest du nach fünf Minuten, dass heute offenbar alles Lila werden muss. Auch das ist eine kreative Entscheidung. Und niemand kommt vorbei und kontrolliert sie.
Muss ein Ausmalbild überhaupt realistisch sein?
Nein. Diese Information könnte für Menschen, die bisher versucht haben, jedes Blatt botanisch korrekt grün auszumalen, möglicherweise befreiend sein. Natürlich kann realistisches Kolorieren wunderschön aussehen. Aber gerade surrealistische Motive leben davon, dass Regeln verschwimmen.
Ein Auge darf golden sein. Haare dürfen aus Blumen bestehen. Eine Landschaft darf rosa werden. Und ein Kleid kann aussehen, als hätte eine Pfingstrose beschlossen, eine Karriere in der Modebranche zu beginnen.
Surrealistische Motive laden geradezu dazu ein, Farben anders einzusetzen. Das kann besonders interessant sein, wenn man schon länger malt oder ausmalt und irgendwann Lust auf Motive bekommt, bei denen man nicht bereits vor dem ersten Stiftstrich weiß, wie das Ergebnis aussehen wird.
Kreativität beginnt manchmal mit einer ziemlich merkwürdigen Idee
Viele Menschen glauben, kreativ zu sein bedeute, ständig vollkommen neue Ideen produzieren zu müssen. Das ist ein ziemlich hoher Anspruch. Kreativität kann aber auch viel einfacher anfangen. Zum Beispiel mit der Frage: Was passiert, wenn ich etwas anders mache als sonst?
Was passiert, wenn Haut nicht hautfarben sein muss? Wenn Blumen dunkel statt pastellig werden? Wenn zwei Farben nebeneinander liegen, die man normalerweise niemals kombiniert hätte?
Ausmalbilder können dafür ein angenehmer Ausgangspunkt sein. Die Linien sind bereits vorhanden. Du musst also nicht vor einem weißen Blatt sitzen und darauf warten, dass dich plötzlich die große künstlerische Eingebung trifft. Du kannst direkt mit Farben experimentieren. Und genau darin liegt für viele der Reiz.
Abschalten, ohne auf eine weiße Wand zu starren
Entspannung klingt immer so einfach. Man soll abschalten. Zur Ruhe kommen. Den Kopf freibekommen. Sehr schön. Nur hat niemand dem Kopf erklärt, dass er jetzt frei sein soll.
Während man eigentlich entspannen möchte, erinnert er zuverlässig daran, dass noch eine Nachricht beantwortet werden müsste, irgendwo Wäsche liegt und man unbedingt herausfinden sollte, warum man seit drei Tagen keinen bestimmten Gegenstand mehr findet.
Beim Ausmalen passiert etwas anderes. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf eine konkrete Tätigkeit. Welche Farbe nehme ich als Nächstes? Wo setze ich einen Schatten? Soll dieser Bereich heller oder dunkler werden?
Für eine gewisse Zeit beschäftigt man sich nicht mit dem gesamten Universum, sondern hauptsächlich mit einem Stück Papier. Das kann eine angenehme kreative Pause im Alltag sein. Keine große Zeremonie. Keine besondere Vorbereitung. Stifte raus. Bild auswählen. Anfangen.

Alkoholmarker, Buntstifte oder doch etwas anderes?
Surrealistische Ausmalbilder funktionieren mit sehr unterschiedlichen Materialien. Buntstifte eignen sich beispielsweise gut für feine Farbübergänge und Schattierungen. Alkoholmarker erzeugen kräftige, intensive Farben und können besonders bei kontrastreichen Motiven spannend wirken.
Auch Kombinationen sind möglich. Marker für größere Flächen. Buntstifte für Details. Gelstifte für kleine Akzente. Oder einfach genau das Material, das bereits in der Schublade liegt.
Man braucht schließlich nicht erst 84 neue Stifte, um kreativ zu sein. Obwohl die Wahrscheinlichkeit durchaus besteht, dass man nach einiger Zeit überzeugt ist, exakt Farbton Nummer 85 dringend zu benötigen.

Perfektion ist bei surrealistischer Kunst ohnehin verdächtig
Einer der angenehmsten Aspekte surrealistischer Motive ist vielleicht, dass sie bereits ungewöhnlich sind. Das nimmt ein wenig den Druck heraus.
Wenn eine Frau Blumen als Haare trägt, muss man sich nicht mehr besonders lange darüber unterhalten, ob alles vollkommen realistisch aussieht. Vielleicht entsteht beim Kolorieren ein unerwarteter Farbverlauf. Vielleicht passt eine Farbe nicht ganz so, wie du es dir vorgestellt hast. Vielleicht greifst du versehentlich zum falschen Stift.
Dann ist es eben Kunst. Dieser Satz hat bereits viele kreative Situationen gerettet.
Surrealistische Ausmalbilder für Erwachsene
Wenn du beim Ausmalen gerne etwas ungewöhnlichere Motive vor dir hast, können surrealistische Ausmalbilder eine interessante Alternative zu klassischen Malbüchern sein.
Besonders Frauenporträts lassen sich dabei wunderbar mit fantastischen Elementen kombinieren. Blumen. Augen. Tiere. Ungewöhnliche Frisuren. Mystische Details. Abstrakte Formen.
Manchmal elegant. Manchmal geheimnisvoll. Und manchmal so merkwürdig, dass man besser gar nicht versucht, eine logische Erklärung dafür zu finden. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz aus.
Lust auf etwas weniger Normales?

Wenn du jetzt festgestellt hast, dass ein gewöhnliches Blumenmotiv möglicherweise doch etwas zu vernünftig für dich ist, findest du in meinen surrealistischen Ausmalbildern ungewöhnliche Frauenporträts, fantasievolle Details und jede Menge Möglichkeiten für deine eigene Farbwelt.
Die Motive sind für Erwachsene gedacht, die beim Ausmalen nicht nur Flächen füllen, sondern mit Farben experimentieren und Bilder auf ihre eigene Art gestalten möchten.
Und falls du dich beim nächsten Bild fragst, ob eine Frau wirklich einen Garten auf dem Kopf tragen kann: Natürlich nicht. Aber das ist hier erfreulicherweise vollkommen egal.

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