Es gibt Menschen, die planen ihren nächsten Urlaub zwölf Monate im Voraus.

Andere freuen sich drei Tage lang darauf, dass am Freitag Pizza bestellt wird.

Beides ist vollkommen legitim.

Denn Vorfreude braucht erstaunlich wenig, um zu funktionieren.

Sie verlangt weder eine Fernreise noch ein spektakuläres Ereignis. Manchmal reicht schon der Gedanke:

Am Samstag mache ich einfach nichts.

Plötzlich bekommt die ganze Woche einen kleinen Lichtpunkt.

Vorfreude ist deshalb vielleicht eine der angenehmsten Formen von Motivation.

Sie kostet nichts.

Sie darf völlig banal sein.

Und niemand kann sie einem wegnehmen, außer vielleicht die Wetter App.

Warum Vorfreude überhaupt so angenehm ist

Vorfreude bedeutet, dass etwas Schönes noch vor uns liegt.

Das kann ein Urlaub sein.

Ein Treffen.

Ein neues Buch.

Ein Konzert.

Ein freier Nachmittag.

Oder der Moment, in dem man endlich die Packung Kekse öffnet, die man seit drei Tagen demonstrativ ignoriert.

Das Interessante daran ist: Das eigentliche Ereignis muss noch gar nicht stattfinden.

Allein die Vorstellung kann schon gute Stimmung auslösen.

Vielleicht deshalb, weil der Alltag plötzlich nicht mehr nur aus Terminen, Pflichten und Dingen besteht, die erledigt werden müssen.

Da ist etwas, worauf man sich freut.

Und manchmal reicht genau das.

Große Pläne sind schön, kleine funktionieren aber häufiger

Natürlich kann man sich auf eine große Reise freuen.

Auf einen Geburtstag.

Auf einen besonderen Anlass.

Aber wenn gute Stimmung immer erst in vier Monaten stattfindet, ist das möglicherweise etwas unpraktisch.

Kleine Vorfreude lässt sich viel leichter in den Alltag einbauen.

Ein neues Rezept ausprobieren.

Sonntagmorgen frühstücken gehen.

Ein Buch anfangen.

Einen Film anschauen.

Ein neues Ausmalbild.

Ein Spaziergang an einem Ort, an dem man noch nie war.

Ein Nachmittag ohne Verpflichtungen.

Nichts davon klingt spektakulär.

Muss es aber auch nicht.

Ein Alltag besteht schließlich überwiegend aus gewöhnlichen Tagen.

Umso sinnvoller ist es, gerade dort kleine Dinge einzubauen, auf die man sich freuen kann.

Plane etwas, das nur dir gefallen muss

Wir planen erstaunlich viele Dinge, weil sie erledigt werden müssen.

Arzttermine.

Einkäufe.

Besprechungen.

Rechnungen.

Familientermine.

Es wäre nur fair, gelegentlich auch etwas in den Kalender zu schreiben, das ausschließlich dem Vergnügen dient.

Zum Beispiel:

Samstag, 15 Uhr: Kuchen.

Oder:

Mittwochabend: Badewanne und Buch.

Oder:

Sonntag: Niemand darf etwas von mir wollen.

Der Kalender wird sich vermutlich nicht beschweren.

Und selbst wenn er es tut, kann man ihn ignorieren.

Eine kleine Auszeit muss keine Reise sein

Beim Wort Auszeit denken viele sofort an Meer, Hotel und mindestens sieben Tage Abwesenheit.

Schön wäre es.

Aber manchmal reicht bereits ein Nachmittag an einem anderen Ort.

Ein Café.

Ein Museum.

Ein Park.

Ein kleiner Ausflug.

Ein Ort in der eigenen Stadt, an dem man noch nie war.

Ein Tapetenwechsel kann sich erstaunlich groß anfühlen, obwohl man abends wieder im eigenen Bett liegt.

Und das Beste daran:

Schon die Planung kann Spaß machen.

Setze Vorfreude nicht mit Konsum gleich

Natürlich kann man sich auf etwas Neues freuen.

Ein Buch.

Neue Stifte.

Eine schöne Tasse.

Aber Vorfreude muss nicht bedeuten, ständig etwas zu kaufen.

Das wäre auf Dauer eine ausgesprochen teure Entspannungsmethode.

Viele schöne Dinge kosten wenig oder gar nichts.

Ein Spaziergang.

Ein Gespräch.

Musik.

Ein freier Abend.

Ein kreativer Nachmittag.

Ein selbst gebackener Kuchen.

Die entscheidende Frage lautet eher:

Was macht mir wirklich Freude?

Und nicht:

Was kann ich bestellen?

Das Internet hat diese beiden Fragen gelegentlich etwas durcheinandergebracht.

Vorfreude darf kreativ sein

Besonders schön funktioniert Vorfreude bei Dingen, die man selbst gestalten kann.

Vielleicht nimmst du dir für das Wochenende vor, etwas zu malen.

Ein neues Ausmalbild.

Ein kleines DIY Projekt.

Aquarell.

Fotografie.

Schreiben.

Oder irgendetwas anderes, das nicht nach Pflicht aussieht.

Schon die Vorbereitung kann Teil davon sein.

Farben aussuchen.

Material bereitlegen.

Eine Idee speichern.

Und plötzlich hat man einen kleinen Termin mit sich selbst, auf den man sich freuen kann.

Wenn du dir für das Wochenende eine kleine kreative Pause einplanen möchtest, findest du hier meine Ausmalbilder für Erwachsene.

Ein neues Hobby ist ein ziemlich guter Vorfreude Lieferant

Ein neues Hobby hat einen großen Vorteil:

Am Anfang ist fast alles neu.

Man entdeckt Materialien.

Techniken.

Ideen.

Videos.

Kurse.

Und plötzlich gibt es erstaunlich viele Dinge, die man ausprobieren möchte.

Das kann Aquarell sein.

Zeichnen.

Backen.

Fotografieren.

Nähen.

Fermentieren.

Oder etwas völlig anderes.

Dabei muss nicht sofort ein neues Lebensprojekt entstehen.

Man darf Dinge auch ausprobieren und später entscheiden:

War nett.

Reicht.

Das ist ebenfalls erlaubt.

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Bücher sind kleine Termine mit einer anderen Welt

Ein neues Buch eignet sich ebenfalls hervorragend für Vorfreude.

Besonders, wenn es schon auf dem Nachttisch liegt.

Man weiß:

Heute Abend geht es weiter.

Und manchmal ist genau dieser Gedanke erstaunlich angenehm.

Man muss dabei auch keine schwere Literatur lesen.

Wenn einem gerade nach Liebesroman, Krimi oder humorvoller Unterhaltung ist, dann ist das eben so.

Freizeit braucht keine Prüfungskommission.

Mach aus Vorfreude kein weiteres Optimierungsprojekt

Natürlich könnte man jetzt eine Vorfreude Liste erstellen.

Mit Kategorien.

Farbcodes.

Wochenzielen.

Vielleicht sogar einer Excel Tabelle.

Bitte nicht.

Zumindest nicht, wenn du eigentlich nur etwas mehr Leichtigkeit in deinen Alltag bringen möchtest.

Vorfreude soll kein weiterer Punkt auf der To do Liste werden.

Sie darf spontan sein.

Unvernünftig.

Klein.

Manchmal sogar albern.

Du darfst dich auf Pommes freuen.

Auf eine neue Folge deiner Lieblingsserie.

Auf frische Bettwäsche.

Oder darauf, dass morgen niemand vor acht Uhr etwas von dir möchte.

Große Lebensziele sind nicht erforderlich.

Die schönsten Dinge stehen oft gar nicht weit weg

Wir neigen manchmal dazu, schöne Erlebnisse gedanklich in die Zukunft zu verschieben.

Im Urlaub.

Wenn mehr Zeit ist.

Wenn weniger Stress ist.

Wenn dieses Projekt fertig ist.

Wenn endlich Wochenende ist.

Dabei gibt es viele kleine Dinge, die bereits heute möglich sind.

Vielleicht nicht für einen ganzen Tag.

Aber für eine Stunde.

Und manchmal reicht eine Stunde vollkommen.

Gib der Woche einen kleinen Lichtpunkt

Vielleicht probierst du es einmal ganz einfach.

Frag dich am Anfang der Woche:

Worauf freue ich mich in den nächsten sieben Tagen?

Wenn dir nichts einfällt, plane etwas Kleines.

Ein Frühstück.

Ein Spaziergang.

Ein kreativer Abend.

Ein Buch.

Ein Treffen.

Ein Lieblingsessen.

Nichts davon muss beeindruckend sein.

Es muss nur dir gefallen.

Denn Vorfreude funktioniert erstaunlich schlecht, wenn man sich auf Dinge freuen soll, die andere Menschen toll finden.

Vielleicht brauchen wir gar nicht ständig mehr

Mehr Urlaub.

Mehr Freizeit.

Mehr Geld.

Mehr Erlebnisse.

Natürlich wären manche dieser Dinge durchaus willkommen.

Aber vielleicht brauchen wir zwischendurch auch einfach etwas, auf das wir uns freuen können.

Etwas Kleines.

Etwas Konkretes.

Etwas, das sagt:

Da kommt noch etwas Schönes.

Und wenn es nur ein Stück Kuchen am Samstag ist.

Dann ist es eben Kuchen.

Es gibt schlechtere Gründe, sich durch die Woche zu arbeiten.

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